Manchmal ist es nicht einfach, umzudenken. Manchmal will man verstehen, tut sich aber schwer. Mir ist das schon einige Male passiert. Ich denke, jedem passiert das ab und an einmal.

So oder ähnlich erging es auch dem ein oder anderen beim jüngsten Estimation Meeting, welches wir in einem Projekt durchgeführt haben. Für einige war es das erste Schätzmeeting, bei dem nicht einfach so Manntage herausposaunt wurden, sondern das von agilen Methoden wie XP oder Scrum bekannte schätzen in Relationsgrößen (z.B. Story Points) umgesetzt wurde.

Für den Anfänger ist der Zeitbezug im Schätzungsverfahren meist so manifestiert, dass er sich schwer tut, überhaupt anders denken und schätzen zu können. Die erste, wichtige Hürde hin zum relativen schätzen ist eine klare Vorstellung davon, was nun der Unterschied zwischen größenorientiertem Umfang und zeitorientiertem Aufwand ist. Um den Teilnehmern und Neulingen im agilen Schätzzirkus den Einstieg zu erleichtern, habe ich mich einer kleinen Metapher bedient:

ratatouille_scale

Da ist er, der „Ratatouille Estimation Scale“. Klassisch, einfach. Fibonacci und am Ende Hightower-Zahlen. Das war’s. Doch es ist mehr dahinter als nur die blanken Zahlen. Es ist die Metapher, die beim Schätzen besonders geholfen hat.

Denn der Film „Ratatouille“ und die Liebe zu Gaumenschmaus ist ein schönes Beispiel, an dem sich größenorientiertes Schätzen erklären lässt. Bei der Menge der Köstlichkeiten geht es nämlich nicht darum, wie „schnell“ man diese Leckereien herunterwürgen kann. Es geht auch nicht darum, einfach wahllos seinen Hunger zu befriedigen. Nein, es geht darum, den Umfang und Wert der Köstlichkeiten zu erfassen ;-)

Nur ein Häppchen? Wohl eher eine 1 oder 2. Ein echtes Stück Käse? Eher die 5. Viel Käse und Trauben dazu? Lecker. An die 20. Kistenweise Käse, Gemüse, Obst und Wein? Wow. 50 oder mehr!

Die Besonderheit dabei: Es wird schnell deutlich, dass es nicht um die Zeit geht. Schließlich kann man ein Stück Käse sicherlich in ein paar Stunden „abfrühstücken“ – oder aber scheibchenweise über eine Woche lang genießen. Mit steigendem Umfang wird es allerdings schwerer. Denn jetzt kommen andere Lebensmittel hinzu, die vielleicht andere Haltbarkeitsmerkmale aufweisen oder aber besondere Behandlung bzw. Lagerung benötigen. Das ist ein relativ schönes Bild für den Begriff der “Komplexität im Umfang“.

Den Neulingen im Estimation Meeting hat diese Metapher sehr geholfen, denn schon nach den ersten paar Schätzrunden war die “Zeit” in der Besprechung der Features „wie verschwunden“ :-)

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  • thumbs up! ...
    by Pete
    on July 13th 2010

    thumbs up!

  • Hi Ilker, ein sehr...
    by Golo Roden
    on July 12th 2010

    Hi Ilker,

    ein sehr schönes Bild – danke dafür :-) !

    Viele Grüße,

    Golo

    PS: Und übrigens auch ein schönes Beispiel für die in XP stets propagierte, aber so selten verstandene Metapher :-)

  • Hi Ilker, sehr nett....
    by Mike Bild
    on July 12th 2010

    Hi Ilker,

    sehr nett. Das werd ich in unserem Restaurant mal den Köchen anbieten.

    -Mike


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