Die Grundlagen eines .NET Coding Dojo sind relativ einfach. Dennoch ist es nicht unbedingt einfach, ein erfolgreiches und für alle Beteiligten erkenntnisbringendes Coding Dojo zu veranstalten. Bei .NET Coding Dojo’s treffen sich viele .NET Entwickler und Experten – dementsprechend treffen auch Meinungen und Ansichten aueinander.

Um ein .NET Coding Dojo trotz all der Expertise und des fachlichen Niveau’s als das zu manifestieren, was es ist – nämlich eine ausgelassene, spaßbringende Runde des Erfahrungsaustausches – bedarf es einiger Grundregeln, die im Folgenden als “Ethik eines .NET Coding Dojo” zusammengefasst sind. Die meisten Coding Dojo’s nennen diese Ethik “Rei”.

§1 – Aktivität

Der ehrliche Wille, einen aktiven, fokussierten Beitrag in .NET Coding Dojo zu leisten.

Es gibt beim Coding Dojo niemanden, der sich nicht einbringen darf. Das hört sich ein wenig nach „zur Aktivität gezwungen sein“ an. Und ganz offen: Ja, so ist es auch. Mitdenken, Mitwirken, Mitreden – das ist eine Pflicht für den Teilnehmer im Coding Dojo. Dennoch gibt es natürlich „Interessierte“, die sich „das Mal anschauen“ möchten. Das war bisher immer möglich und das wird es auch weiterhin. Aber: es darf nicht zur Gewohnheit werden. Um dem Entgegenzuwirken, werden meist folgende Regelzusätze angewendet:

§2 – Respekt

Der ehrliche Wille, sein Gegenüber anzunehmen wie er ist.

Sie oder ihn, seine Haltung, seine Meinung und sein Wissen zu würdigen um damit den gemeinsamen Erfahrungsaustausch zu stärken. Einher geht dabei auch Höflichkeit bei Kommunikation und Kollaboration. Adequate Wortwahl, konstruktive Beiträge und kultivierte Gemeinsamkeit sind die Pflicht jedes Dojo-Teilnehmers. Um dies zu Gewährleisten, werden meistens folgende Regelzusätze angewendet:

§3 – Optimismus

Der ehrliche Wille, mit Freude und positiver Einstellung zum „Lernen & Lehren“ beizutragen.

Die positive, offene Grundhaltung eines jeden Teilnehmers ist bedingend für eine gute Unterstützung des .NET Coding Dojo’s. So ist es für jeden Dojo-Teilnehmer eine Freude, dabei zu sein und die anderen bei sich zu haben. Sollte „mal einer einen schlechten Tag haben“ ist es nicht so schlimm. Aber man sollte auch im Sinne des Dojo’s offen zu sich selbst sein. Ist die Laune im Keller, so macht es für einen selbst nicht viel Sinn – und damit für die Gemeinschaft auch nicht. Niemand im Dojo nimmt es Übel, wenn man mal „keine Lust“ hat, dabei zu sein. Um die positive Einstellung im Dojo zu unterstützen, werden zumeist folgende Regelzusätze angewendet:

§4 – Zwanglos

Der ehrliche Wille, freiwillig, ohne Druck, Wettbewerb oder Leistungsziel den Erfahrungsaustausch zu verfolgen.

Diese Regel ist besonders wichtig, denn sie nimmt jeglichen Druck von allen. Keiner ist dazu verpflichtet, eine Sache „richtig“ oder „fertig“ zu machen. Niemand zwingt die Teilnehmer, sich an eine bestimmte Technologie, Meinung oder Vorgehensweise zu richten. Wenn überhaupt, dann sind es die Teilnehmer, die selbstbestimmt, freiwillig und gemeinsam sich selbst Verbindlichkeiten zusprechen. Um dies im adequaten Rahmen zu gewährleisten, gelten folgende Regelzusätze:

Ich habe mich intensiv mit dem Verhaltenskodex und der Bewahrung der Autonomie der Teilnehmerschaft beschäftigt und habe obigen ethischen Grundregeln den Namen “Latifa” gegeben. Entstanden ist die Formalisierung und der Begriff als Reaktion auf das rebellische, negative Verhalten einiger Teilnehmer auf dem Münchener .NET Coding Dojo im Juni 2010.


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