Ich möchte in diesem kurzen Bericht meinen gestrigen Besuch bei der DNUG Hamburg rekapitulieren. Ich war dort zu Gast als Sprecher und durfte einige (wenige) Geheimisse über die Software-Entwicklungs-Methodik XP enthüllen.

Nach einer mehrstündigen Reise hätte die Ankunft in Hamburg nicht schöner sein können. Ich habe mich sofort in Hamburg zurechtgefunden, obwohl es – man mag es kaum glauben – mein erster Besuch war. Besonders angesprochen hat mich die Gegend rund um den Hauptbahnhof. Ich konnte mich des Eindruckes nicht erwehren, dass sich die Städte München und Hamburg in der urbanen Gestaltung ihrer gleisbehafteten Reisezentren doch frappierend ähneln.

Nach der grundlegenden Orientierung und Umsetzung notwendiger Administrativa habe ich mich sehr gefreut, einen mehrstündigen Spaziergang mit Steffen durch das Stadtzentrum Hamburgs gemacht zu haben. Es ist mir immer wieder eine wahrhafte Freude mich selbst dabei zu beobachten, wie ich bei solchen Gesprächen sowohl einer fachlichen Faszination als auch einer gefühlten Minderbemitteltheit ausgesetzt werde. Ich durfte mich dabei auch glücklich schätzen, die örtlichen Spezifika über Wohn- und Bekleidungspräferenzen zu erkunden.

Ecomode und Vollgas

Es ist wohl mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass ich ein bekennender Befürworter der hochmodernen Automobilbaukunst der Bayerischen Motoren Werke bin. Insofern greife ich hier gerne das während meines Vortrages mehrfach gewählte Bild des “Vollgas gebens” auf.

Ich habe mich auf Grund der hervorragenden Navigations- und Begleitfähigkeiten meiner Freunde Steffen und Björn zügig und pünklich am Veranstaltungsort wiedergefunden. Ein vortrefflich angemessener Gesprächsraum war für mich und die Teilnehmer ein geeigneter Rahmen, uns schnell dem Vortragsthema widmen zu können. Ein besonderes “Bonbon”: Für Kaffee wurde im Vorfeld im Geiste des coffee++; gesorgt, welches als ein exemplarisches Beispiel für die bemerkenswerte Eigenschaft der Hamburgeraner dient, geistige Wachsamkeit mit kultiviertem Gesellschaftsverständnis gekonnt zu paaren.

Zu dem Vortragsinhalt möchte ich an dieser Stelle nicht viele Worte verlieren. Einzig erwähnenswert ist ein kleines Detail, welches ich sowohl während als auch nach dem Vortrag beobachten durfte. Während die gesammelte Teilnehmerschaft gebannt und interessiert meinen Ausführungen über XP zuhörte, konnte ich eine in Teilen “quite british” anmutende äußere Enthusiasmusentfaltung wahrnehmen. In gleichem Atemzug jedoch war ich sehr davon angetan, wie viele Teilnehmer meine Vortragsgestaltung mit “Ilker gibt Vollgas” kommentierten. Wieder ein deutliches Indiz für die außergewöhnliche nordische Emotionskultur, die mich bis in die fortgeschrittenen Abendstunden sehr fasziniert hat.

Ich möchte deutlich betonen, dass mein persönliches Verständnis meines Vortrages doch von dem schmeichelhaften Kompliment des “Vollgas gebens” stark abweicht. Ich habe mich selbst eher in einem “Eco-Mode” wahrgenommen. Als bewußt okönomische und okölogische Werte unterstützender Zeitgenosse ist für mich die Perspektive der Nachhaltigkeit ein besonderes Anliegen. Das gilt sowohl für meine eigene Arbeitsgestaltung wie auch für die Inhalte, die ich bei derartigen Vorträgen zu vermitteln versuche. “Auf Volltouren” war ich an diesem Abend mit Sicherheit nicht und offen gesagt möchte ich das auch gar nicht sein.

Es mag wohl auf die “bayerische Mundart” und die damit eng verbundene geradlinige, offene Kommunikationskultur zurückzuführen sein, dass sich dennoch einige Teilnehmer zu diesem für mich sehr schmeichelhaften Kommentar hinreißen liessen. Vielen Dank für die warmen und aufmunternden Worte!

Die “Hamburger Hirschgespräche”

Gleich im Anschluß an die Veranstaltung durfte ich Zeuge der außergewöhnlichen kulturellen Expertise meiner Gastgeber Sven und Steffen sein. In einer mir selten zuteil gewordenen Aufmerksamkeit wurde ich in ein äußerst geschmackvolles Restaurant namens “Hirsch” geführt.

Eine wahre Quelle der anspruchsvollen Gesellschaftspflege offenbarte sich mir am Tisch mit einigen Teilnehmern und meinen geschätzten Gastgebern. Das Lokal, die Karte, der Wein - doch in aller erster Linie die wertvollen Gespräche mit interessanten Persönlichkeiten verleiten mich dazu, die “Hamburger Hirschgespräche” mit der gesellschaftlichen Güte des “Karlsruher Jean-Closure” in Verbindung zu bringen.

Als einziges Makel kann hier wohl nur der (naturgegebene) mangelnde zeitliche Rahmen erwähnt werden, der es mir leider nicht zuließ, die vielen fazinierenden fachlichen und persönlichen Themen weiter zu vertiefen.

Ein Bayer im Norden

Mit einem kleinen persönlichen Fazit möchte ich diesen Bericht schließen. Ich habe während der Abreisevorbereitungen in Hamburg noch wertvolle und authentische Eindrücke von der Stadt und deren Menschen gewonnen, die ich mit Sicherheit nicht missen möchte. Der gesamte Aufenthalt in den für mich als Bayer doch gefühlt extrem nördlichen Gefilden war äußerst angenehm. Obgleich ich mit Sicherheit einige ungewohnte Situationen erleben durfte, bleibt mir der makellose positive Eindruck meines Besuches in Hamburg und der DNUG. Ich hoffe sehr, dass ich mit meinen Inhalten den einen oder anderen Teilnehmer zur weiterem nachdenken und recherchieren animieren konnte.

Den besonderen Dank der Teilnehmer sowie der Veranstalter Sven und Steffen für meinen Besuch und den kleinen Beitrag zu modernen und professionellen Software-Entwicklungs-Methoden möchte ich an dieser Stelle herzlich und innig erwidern:

Sehr gerne! Nicht dafür!


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